Abschlussbericht Schule auf Esskurs

Küche der Rudolf-Steiner-Schule Nordheide Lange Str. 2 21255 Kakenstorf Abschlussbericht Schule auf Esskurs Kakenstorf, den 17.5.2013

 

Abschlussbericht Schule auf Esskurs

1. Erweiterung des Einsatzes von selbst erzeugten Waren aus dem Schulgarten in den Herstellungsprozess des Mittagessens. Ein Projekt der 6. Klassen 

1.1. Schüler sollen im Schulgarten Gemüse für die Nutzung in der Schulküche anbauen. Im Vorlauf seit Frühjahr 2012 wurde der seit längerer Zeit brachliegende Schulgarten rekultiviert. Dies erfolgte mit der damaligen 6. Klasse in nachmittäglichen Unterrichtsstunden. Eine erste kleine Ernte konnte dann vor den Sommerferien 2012 in der Küche abgeliefert werden.

 

1.2. Durch den späten Beginn des Schuljahres im Spätsommer 2012 und den Berichtsabgabetermin Ende Mai konnten aus diesem Bereich nur erste Erfahrungen beigesteuert werden. Die Zahlen für die zu erwartende Ernte aus dem Projektplan ist natürlich noch nicht erreicht. Hierzu bedarf es noch einer Folgezeit in der Wachstumsperiode.

 

1.3. In jedem Fall wird das Konzept der Gartenarbeit innerhalb des Lehrplans der Schule auch im Schuljahr 2013/2014 fortgesetzt. Die geplanten Unterrichtsstunden sind dem Projektplan zu entnehmen.

 

1.4. Bilddokumentation der Schulgartens

2. Essenzubereitung für Kleinkinder durch die Schulküche 

2.1. In der Vorlaufzeit seit den Sommerferien 2012 hat sich gezeigt, dass die Anforderungen an unsere Schulküche und das Küchenpersonal durch den Zuwachs an Kindern, die mit Mittagessen verpflegt werden, zunimmt. Wir haben folgerichtig ab dem 1. Januar 2013 die Zubereitungsbereiche für die Kleinkinder und die Schulkinder personell und konzeptionell getrennt, wie im Folgenden beschrieben wird.

2.2. Neukonzeption des Speiseplanes für Kindergartenkinder im Alter von 1-6 Jahren. Ziel: Zubereitung eines einfachen, vollwertigen Mittagessens mit Bio – Zutaten für ca. 45 Kindergartenkinder (1-6 Jahren)

2.3. Situation und Problematik vor und nach den Sommerferien 2012 in der Schulküche

Der Waldorfkindergarten Kakenstorf bekommt für ca. 15 Kindergarten-kinder (Alter 3-6 Jahre), die am Mittagstisch teilnehmen das Mittagessen aus der Schulküche. Das Essen muss vor 12.00 Uhr abgeholt werden, da dort um 12.00 Uhr gegessen wird. Dies ist oft für das Küchenpersonal schwierig zu realisieren, da das Schulessen erst um 12.15 Uhr beginnt.

Häufig erleben die Kindergärtnerinnen, dass es den Kindergartenkindern zu scharf gewürzt ist und auch Gerichte, die Schulkinder lieben, wie Aufläufe oder Reis-bzw. Nudelpfannen sind für die Kindergartenkinder zu exotisch.

Ein individuelles Kochen für die Altersstufe der Kindergartenkinder ist aus personellen und organisatorischen Gründen innerhalb des Schulküchenbereichs nicht möglich. Hinzu kommt, dass der Kindergarten nach den Sommerferien eine Krippengruppe mit 12 Kindern von 1-3 Jahren dazu bekommt, die schon um 11:30 Uhr ihr Mittagessen bekommen.

Insofern verschärft sich die Problematik des gemeinsamen Kochens, da die Krippenkinder noch sensibler sind und sich auch die Essenszeit weiter nach vorne verlagert. Zusätzlich sind in diesem Schuljahr (2012/2013) noch mehr Kindergartenkinder für das Mittagessen angemeldet und so wird sich die Anzahl der Kinder im Laufe des Schuljahres auf ca. 45 erhöhen.

Durch die Loslösung der Zubereitung mit dem Schulessen ist eine individuelle Essenszeit des Kindergartens ohne Komplikationen möglich geworden.

2.7. Weitere Verbesserungspunkte:

Die Kalkulation mit einer 1/3 – Stelle das Kindergartenessen zu realisieren, ist knapp bemessen. Hier ist intensives Controlling nötig. Dies gilt auch für die Wahl der Gerichte. Diese werden auf Zubereitungs-zeit, Zutatenkosten sowie Akzeptanz bei den Kindergartenkindern geprüft.

2.8. Bilddokumentation (siehe Bildergalerie)

 

Vor den Sommerferien 2012 fand eine Belehrung aller Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse durch eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes Winsen bei uns im Hause statt.

3.3. Hygiene

Morgens vor Beginn der Arbeit wird sich im Küchenpersonalraum umgezogen, dort bekommen die Schüler auch Schürzen und Kappen. Wenn sie in die Küche kommen, waschen sie sich als erstes die Hände. Sie werden erinnert, dass sie auch nach jeder Arbeit, die außerhalb der Küche stattfindet, sich wieder die Hände waschen müssen.

Nach Beendigung jeder Arbeit müssen sie ihren Arbeitsplatz säubern. Die Schüler werden immer darauf hingewiesen, dass nach jeglicher Benutzung eines Wischtuches dieses wieder auszuwaschen ist.

3.4. Arbeitsfolgen

Morgens bekommen die Schüler mitgeteilt, welches Gericht an diesem Tag gekocht wird, wer welche Arbeit übernimmt und in welcher Reihenfolge. Hierbei lernen sie, dass z.B. Nachtisch, der gekocht werden muss, als erstes herzustellen ist, damit er genügend Zeit zum Abkühlen hat. Unter Umständen muss eine Nachspeise auch schon einen Tag vorher zubereitet werden. Außerdem lernen die Schüler, wie lange Zeit man für eine Arbeit benötigt, bei den großen Mengen. Die Schüler sind nicht immer leicht zu motivieren, wenn z. B. 10 kg bis 15 kg Gemüse geputzt und geschnitten werden muss, oder 100 Eier aufgeschlagen werden müssen. Da staunen die Schüler schon manches Mal.

 

Ebenfalls lernen die Schüler, dass man bei den Mengen besser in Serie arbeitet, nicht jede Möhre einzeln schält und dann schneidet, sondern erst alle schält und danach alle schneidet, weil das besser von der Hand geht.

3.5. Arbeitsmaterialkunde

Die Schüler erfahren vor und auch während der Arbeiten, mit welchem Gerät man welche Arbeit am besten erledigen kann. Manche Geräte lernen sie überhaupt erst kennen, wie z. B. das Wiegemesser um Kräuter zu zerkleinern, oder dass eine Küchenmaschine sogar Würfel und Stifte schneiden kann. Je größer die Geräte, je faszinierender scheinen sie (jedenfalls für Jungs) zu sein. Da ist es schon verlockend mal an der Kippbratpfanne arbeiten zu dürfen oder auch die Spülmaschine hat für manchen großen Reiz. Sogar das Abwaschen kann zu einer begehrten Arbeit werden.

3.6. Lebensmittelkunde

Die Schüler lernen während der Arbeit die unterschiedlichsten Nahrungsmittel kennen und da gibt es so manches, was sie noch nie gesehen haben, oder nicht wussten, wie die Pflanze oder der Teil der Pflanze aussieht den wir nutzen oder wie z. B. die Ingwerwurzel, die Meerrettichwurzel, die Pastinake aussieht. Sie erfahren, dass einen sogar beim Schneiden von Schnittlauch die Augen tränen können, da es ja auch ein Zwiebelgewächs ist.

Was sind Graupen, was ist Couscous, was ist Bulgur, wie sieht es aus, wozu verwenden wir es? Die Schüler dürfen probieren, wie schmecken die Dinge roh, wie gegart. Muss die Nachspeise so süß sein, was ist Agavendicksaft, wie schmeckt er, wie schmeckt der Quark, der damit gesüßt wurde. Da gibt es immer wieder etwas Neues kennen zu lernen.

Nicht zuletzt können die Schüler lernen, wie das eine oder das andere Nahrungsmittel im Garten wächst, wenn sie schon mal zum Gartenbau-lehrer geschickt werden um z. B. Kräuter oder Salat, Zucchini oder Kürbis zu holen. Auf dem Gebiet der Lebensmittelkunde gibt es viel zu entdecken und zu probieren.

3.7. Ausblick

Nach einem ersten Jahr der Erprobung haben wir uns innerhalb des Kollegiums entschlossen, das Praktikum der 7. Klasse auch im nächsten

Jahr in der Küche fortzuführen. Wir werden dann mit den Schülerinnen und Schülern in der Küche arbeiten, die in diesem Jahr den Schulgarten gepflegt haben und erste Nahrungsmittel für die Küche erzeugt haben.

3.8. Hinweis auf den Anhang

Im Anhang befinden sich Berichtsblätter, die an unserer Schule in der Mittelstufe obligatorisch auszuarbeiten sind, wenn die Schülerinnen und Schüler einen handwerklichen Kurs absolvieren.

3.9. Bilddokumentation der Schülerpraktikanten (siehe Bildergalerie)